Wie fühlt es sich an wenn du liest: Wünsche oder, noch genauer, ein Kind empfangen?
Kennst du das? Du gibst und gibst und gibst, am laufenden Band. Sei es im privaten oder beruflichen Leben. Wie fühlst du dich dabei? Hast du dich schon einmal ertappt, dass du insgeheim hoffst oder sogar erwartest, dass andere auch so viel (dir) (zurück)geben? Bist du enttäuscht, wenn dem nicht so ist?
Wie fühlst du dich, wenn eine Freundin dir „einfach so“ ein paar Blumen vorbei bringt? Kannst du die kleine Geste der Freundschaft empfangen und dich einfach nur freuen, oder hast du sofort das Gefühl „des wieder gut machens, das nächste mal bist du an der Reihe?“
Und jetzt spüre einmal ehrlich in dich hinein wie es ist, wenn du etwas schenkst. Hast du dann die Erwartung, dass du etwas, womöglich im gleichen Wert, zurückbekommst? Oder schenkst du aus reiner Freude, weil du demjenigen einfach Freude machen möchtest, zeigst wie gern du ihn hast usw.
Geben/Nehmen und. Schenken/Empfangen wirken auf den ersten Blick in ihrer Bedeutung sehr ähnlich, wenn nicht sogar gleich – diese Wörter fühlen sich, meiner Meinung nach, doch komplett anders an:
Geben und Nehmen hat immer etwas mit Erwartung und Druck zu tun, Schenken und Empfangen hingegen haben keinen „Hintergedanken“.
Was in unseren Sprachgebrauch sehr schön wiedergegeben wird, auch wenn es altmodisch klingt: Du empfängst ein Kind.
Und wie sieht es bei dir aus, Wünsche mit offenen Herzen empfangen?
Wie sehr wünschst du etwas so sehr, aus ganzem Herzen, dass du sogar beriet bist „Opfer“ zu bringen?
Und trotzdem gehen sie nicht in Erfüllung?
Wünsche sind nicht kompliziert, viel wahrscheinlicher ist es , dass du dich selbst sabotierst.
Lass uns das Beispiel mit den Blumen nehmen, die dir deine Freundin vorbeigebracht hat. Wenn du schon so ein „kleines“ Geschenk nicht mit offenen Herzen, sondern mit schlechtem Gewissen, empfangen kannst, wie ist es dann mit den „großen“ Wünschen?
Du wünschst dir etwas und willst es in dein Leben bringen. Und gleichzeitig zweifelst du daran, hinterfragst sogleich deine Wünsche wieder, kaum dass du sie gedacht oder gefühlt hast. Und dann ist da ja noch das Gefühl, dass du alles in mindestens gleichen Wert zurückgeben musst…und somit kommst du nicht ins Tun.
Schreibe dir doch einmal alle deine inneren Wunscherfüllungs-Saboteurchen auf, wenn wieder die „Ja, aber“-Stimme kommt oder das mulmige Gefühl. Benenne, so präzise wie es geht, den Inhalt ihrer Botschaft („Ja aber, was sagen denn meine Freundinnen wenn ich ein Kind bekomme und sie nicht?“ „Ich bin es doch eigentlich gar nicht wert diesen tollen Mann zu bekommen..“ usw). Frage dich dann, ob das wirklich so stimmt, was deine inneren Saboteurchen dir einreden möchten („Was ist der Beweis, dass ich es gar nicht wert bin diesen tollen Mann zu bekommen?“, „Was, wenn es total egal ist was meine Freundinnen denken?“, Würden meine Freundinnen auch so denken?“ usw.) Und dann formuliere um, gewöhne dir neue Gedanken dazu an. Ein erster Tun-Schritt in Richtung Wunscherfüllung.
❤️Grüße, deine Charly.







